Ferien in Garmisch

- ALPENSINFONIE -


An die GEMA


Ich habe mein Schreiben an Sie nochmal verbessert:

Lieber Gert,

ich plan

das nächste Schulkonzert.


Thema: 

Aufführungspraxis

VivAldi informiert:

GEMABergkäse ZappenellerBlues mit Edelschimmel am Beispiel der Alpensinfonie von Strauss



Anfrage an die GEMA:

1.) Was kostet eine Aufführung der Alpensinfonie von Richard Strauss?


a) Wenn man das Original spielt

b) Wenn man originell spielt

c) Wenn man nur die Töne spielt

d) Wenn man nur die Pausen spielt

e) wenn man gar nichts spielt


Wissen sie, wie lang´s jeweils dauert?


2.) Ich hab keine Profis, und da sind die Pausen länger, könnte es sein, dass es dann teurer wird?


3.) Besser wäre es vielleicht doch, wenn man die Pausen in Töne konvertiert (per Hand, oder manuell oder mit einem Komponisten).

Ich mein, wenn lauter Pausen gespielt werden, was macht das Publikum in der Zwischenzeit?


4.) Angeblich hat der Strauss mit seiner Alpensinfonie die ganze Zugspitze weg komponiert und gesagt: "... da brauchen´s gar nicht mehr hinschaun" - halt, weil´s weg komponiert worden ist. Wenn man bedenkt, dass das alles Handarbeit war, dann hat man es heutzutage mit einem Bagger schon viel einfacher.


5.) Der Wasserfall ist meinen Musikern zu schnell und sie bekommen davon Halluzinationen.

Wir nehmen da die Abkürzung übers Höllental. Da gibt´s bestimmt einen Preisnachlass, dann können wir uns die Alpensymphonie besser leisten, weil es halt weniger kostet?


6.) Der Posauniste und der Saxophoniste, die sind nicht ganz sauber. Die baden wir in der Loisach, da sparen wirr die Gebühr fürs Kunzenbad.


7. Am besten ich bearbeite alles selber für zwei Blockflöten und Samuels Aerophor, obwohl mir das Alphorn lieber wäre.


8. Wenns höher rauf geht transponieren meine zwei Hornisten immer so lange, bis sie einen Aldudler trinken. Danach transpirieren sie angeblich viel besser.


9.) Auf der Alm machen wir dann Rast, mit Stubnmusi wegen der Gemütlichkeit. Dann brauchen wir noch eine Zither wegen dem Gezirpe von den Grillen. Die Harfe sitzt derweil im Rollstuhl. Und anschließend gibt´s noch einen Kräuterschnaps.


10.) Der Pauker ißt gerne Bockwurst und der Trommler Jagdwurst.


11) Das Gipfelkreuz, das lassen wir weg, weil der Fagottist betet schon zum zweiten Mal den Pater Noster, weil er hat Angst, wenn es wieder runter geht.


12.) Die Kirchenorgel am Schluss brauchen wir nicht, kein Elektraschock und Kirchensteuer durch die Hintertür, da langt die Maut im Höllental.

Außerdem hab ich bei Kreuzvorzeichen sowieso Probleme. Fünf B(ier) machen mir nix aus.


13.) Ja und in der Nacht da sind dann alle besoffen und schlafen ihren Rausch aus, und da können wir dann gleich den Herbst vom VivAldi nehmen, da gibt’s sogar Doppelkreuze.


14.) Kostet des eine extra Aufführungsgebühr, wenn die Besoffenen sich aufführen, oder sollen wir die Mehrwertsteuer schon vorher abführen?


15.) Fragen Sie doch mal den Udo Jürgens oder den Roy Black, ob die uns ihren Schimmelflügel leihen, dann könnten am Schluss durchs Höllental zu Tal reiten, und uns bliebe das Fegefeuer erspart.


16.) Müssen wir am Gipfel das hohe C verzollen, wenn´s über die Grenze geht nach Österreich, weil im Gepäck hab´n wir auch hartgekochte Eier.


17.) Und beim Abstieg da nehmen wir die Seilbahn, fragen Sie mal den Richard Strauss, ob er das noch mit einbauen könnte. Wir bezahlen die Extras auch voraus im TantieEmmaLaden, und er soll ordentlich DoppelB(ock) mit reinmachen.


18.) Wenn wir mit den vielen Noten nicht ganz fertig werden, geben wir den Rest im Museum ab, dann haben andere noch was davon, oder die Nachwelt. Aber den Appenzeller Käse und den Violinschlüssel behalten wir fürs nächste Mal.